BLITZLICHTER DES POPULÄREN FUSSBALLS (SPRAZZI DI CALCIO POPOLARE)

Wir möchten euch diesen Artikel des Sportjournalisten Stefano Brunetti nicht vorenthalten. Der in italienisch erschienene Text ist hier einfach mal durch den digitalen Übersetzer gelaufen. Viel Spaß beim lesen.

Was mache ich mitten im Winter in Hamburg? Ein Durchbruch, eine schief gelaufene Sauftour oder einfach ein paar Tage weg von Bologna? Vielleicht alle drei zusammen, vielleicht auch gar keine: Tatsache ist, dass ich, während ich darüber nachdenke und nach einer Antwort suche, die nie kommen wird, im Zug nach Deutschland sitze.

Die Strecke ist ziemlich lang: dreizehn Stunden mit einem Zwischenstopp in München, aber was will man als chronischer Leser schon machen? Dann gibt es in der deutschen Sektion auch noch ein super W-Lan und Dokumentarfilme über die Lage in der Ukraine: Eine Stimme sagt mir, ich solle mich von den NATO-Stützpunkten fernhalten. Tatsache ist, dass es überall NATO-Stützpunkte gibt. Wie auch immer.

Unter anderem habe ich das Pech, während der Wochenendpause der Nationalmannschaften nach Deutschland zu kommen: nicht nur der Bundesliga, sondern auch der unterklassigen Liga, in der Hamburg und St. Pauli spielen, die nur eine Woche zuvor das Derby austrugen. Doch zum Glück helfen mir die Fußballgötter: Zum Glück gibt es eine andere Mannschaft, wie Altona, die in der vierten Liga spielt. Ich überlege nicht lange: Trotz der schrecklichen Kälte fahre ich mit der U-Bahn zum Stadion.

In höchstens einer halben Stunde bin ich in Altona, einem der liberalsten Bezirke Hamburgs, der durchaus mit seinem Nachbarn Berlin konkurrieren kann: Nur der Hafen macht den Unterschied aus, ansonsten sind sich die beiden Städte recht ähnlich. Beide haben eine glorreiche Vergangenheit, beide wurden durch Bomben zerstört, und beide haben der Nachwelt Fußballgeschichten zu erzählen. Hamburg lebt also nicht nur von Derbys: In der Regionalliga findet man eine wahrhaft vorstädtische Realität auf Quartiersebene; das Stadion ist halb überdacht, eine Tribüne auf dem Spielfeld, die andere Hälfte besteht aus alten Tribünen. Am Eingang fragen sie mich nach dem 2Gpiù, was doppelte Impfung plus einen in den letzten vierundzwanzig Stunden durchgeführten Test bedeutet (für das Protokoll, kostenlos…): dann bin ich endlich drin. Ein Märchen. Es ist, als würde man ein englisches Fußballspiel in der zweiten Liga besuchen, und tatsächlich ist die Atmosphäre sehr angelsächsisch.

Das Umfeld im Inneren ist fantastisch: Es gibt eine organisierte Gruppe (Black Block), einen goliathischen und partizipativen Geist, die Schlange an den Kiosken, um Bier und Currywurst zu bekommen, die in dieser Gegend die beste Kombination sind; eine italienische Flagge, die auf der Theke prangt, lässt mich für einen Moment wie zu Hause fühlen. Aber was soll ich sagen: Für mich ist mein Zuhause hier. An einem Ort, an dem man echte Fußballluft schnuppern kann. Beliebt, sozial. Nicht aus Touristen und Selfies, sondern aus Tausenden von Zuschauern, die ihre Mannschaft lautstark unterstützen: den Tabellenletzten, und das in einer Atmosphäre von heißem Tee und Hausschuhen. In Zeiten von Masken und Abwesenheit ist dies ein Tagtraum.

Alles ist perfekt, rustikal oder einfach nur… wahr: Man atmet die Luft einer Familie ein, mit einem Spielfeld, das, gelinde gesagt, vom Wetter gezeichnet ist, und großen Aluminiumkisten, die als Bänke dienen, während sich die Spieler mit den Decken ihrer Großmütter vor der Kälte schützen. Wenn ihnen danach ist, fängt das Publikum sogar an zu singen, und zwar auch die Jüngsten (die manchmal anfangen zu singen). Auf dem Spielfeld holen die Einheimischen einen wertvollen Punkt, noch dazu gegen eine viel bessere Mannschaft, die am Ende vor heimischem Publikum einen Elfmeter verschiesst: Der Torwart wird zum Helden des Tages, die Leute sind aus dem Häuschen. Sie haben 0:0 unentschieden gespielt, sie sind Tabellenletzter, es ist eiskalt, aber wen interessiert das? Sie hatten Spaß, sie hatten einen Tag voller Fußball. Das echte Ding.

Ich kehre mit einer Gewissheit nach Bologna zurück: Der Fußball kann nur auf diese Weise überleben. Die Menschen einbeziehen, mit volkstümlichen Preisen (zehn Euro) und eine Atmosphäre schaffen, mit der sich junge Menschen identifizieren können, damit sie sich als Teil von etwas fühlen. In der Post-Covid-Welt wird es einen Wunsch nach Aggregation geben. Meine Reise beginnt also hier: von Hamburg aus, quer durch Europa. Dem Fußball ein bereits geschriebenes Schicksal zu nehmen, um ihn wieder zu etwas Realem zu machen. Greifbar. Einfach: echt.

Wer das gern im Original mit Bildern lesen möchte, kann das hier tun.

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